Toastbrot

Seit ich dieses Toastbrot das erste Mal gemacht habe, habe ich ungelogen nie mehr eines gekauft. Ich glaube sogar, ein im Supermarkt gekauftes Marken-Toastbrot ist verantwortlich dafür, dass ich mich mittlerweile so fürs Selbermachen interessiere.

Ich weiß jedenfalls, dass ich mal eine angebrochene Packung bestimmt vier oder fünf Wochen im Schrank hatte. Als es mir wieder in den Sinn kam und ich es heraus holte, lief es aber keineswegs davon. Es sah aus, fühlte sich an und roch wie frisch gekauft! In einer geöffneten und lose wieder verschlossenen Plastiktüte nach, sagen wir mal, mindestens 4 Wochen (die genaue Zeit habe ich mir nicht aufgeschrieben, aber es war echt lang).

Also ich weiß nicht, wie ihr darüber denkt, aber mir gab das schon zu denken. Was muss da alles an Chemie drin sein, dass das so lange frisch hält? Was zum Geier verleibt man sich da ein, wenn man das isst? Oder aber: was ist alles nicht drin? Ich meine, Pappe schimmelt ja auch nicht…

Ich habe das allerdings nicht weiter überprüft, es ist auch manchmal schwer, herauszufinden, was in den Sachen wirklich steckt, weil ja so viele Inhaltsstoffe nicht gekennzeichnet werden müssen. Es handelt sich hier also um meine persönliche Meinung. Falls ihr nähere Infos dazu habt oder auch anderer Meinung seid, lasst doch gerne einen Kommentar da!

Wie dem auch sei, das Backen macht (mir jedenfalls 🙂 ) Spaß und ist auch gar nicht schwer. Ihr braucht auch keine besonderen Utensilien, nur wieder ein wenig Vorlaufzeit. Es sind einige Einzelschritte, die aber – jeder für sich genommen – überhaupt nicht lange dauern. Ihr solltet nur gut 2,5 Tage vor dem Backen jeweils ein paar Minuten für die Vorbereitungen einplanen.

Ich habe euch den Ablauf so aufgeschrieben, wie ich ihn immer mache, ihr könnt aber natürlich auch abends statt mittags anfangen und die Zeiten entsprechend anpassen. Die genauen Gehzeiten schreibe ich euch am Ende des Rezepts noch einmal in Stunden auf, dann könnt ihr es gut ausrechnen 😉

Den fertigen Toast schneide ich nach dem Abkühlen immer gleich mit der Brotschneidemaschine in Scheiben und friere ihn portionsweise in Zip-Beuteln ein. Ich glaube, eine Form ergibt ca. 25 Scheiben (ich zähle nächstes Mal nochmal nach).

Möchte ich dann einen essen, stecke ich ihn einfach tiefgekühlt in den Toaster und gehe auf Auftaufunktion. Danach toaste ich ihn noch einmal kurz normal bis zur gewünschten Bräunung und fertig ist er frische Toast!

Tag 1 Mittags: vorteig
Zutaten für den vorteig:
  • 150 g Weizenmehl Typ 405
  • 90 g Wasser
  • 3 g Frischhefe
  • 4 g Salz
Zubereitung:

In einer Schüssel vermischen, abdecken und 1-2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, danach bis zur Verarbeitung abgedeckt im Kühlschrank lagern.

Tag 2 Abends: Weizensauerteig und etwas später Salz-Hefe Mischung
Zutaten für den Weizensauerteig:
  • 50 g Weizenvollkornmehl
  • 30 g Milch (3,5 % Fett)
  • 6 g Anstellgut vom Weizensauerteig
Zubereitung:

Zutaten in einem Einmachglas vermischen und bei Raumtemperatur bis zur Weiterverarbeitung gehen lassen.

Zutaten für die Salz-Hefe-Mischung:
  • 8 g Frischhefe
  • 6 g Salz
  • 60 g Wasser
Zubereitung:

Zutaten in einer kleinen Schüssel vermischen und abgedeckt bis zur Weiterverarbeitung im Kühlschrank lagern.

Tag 3 morgens: Mehlkochstück
Zutaten für das Mehlkochstück:
  • 18 g Weizenmehl Typ 405
  • 90 g Milch (3,5 % Fett)
Zubereitung des Mehlkochstücks:

Die Milch in einen kleinen Topf geben und das Mehl unter schnellem Schlagen mit dem Schneebesen einrühren. Auf dem Herd auf niedriger Stufe langsam erwärmen, dabei ständig rühren bis die Masse eindickt. Dann sofort vom Herd nehmen und eine Minute weiter rühren (nicht kochen lassen!). Auskühlen lassen und abgedeckt im Kühlschrank bis zur Weiterverarbeitung aufbewahren.

Tag 3 Mittags: Hauptteig
Zutaten für den Hauptteig:
  • Vorteig
  • Weizensauerteig
  • Salz-Hefe-Mischung
  • Mehlkochstück
  • 200 g Weizenvollkornmehl
  • 250 g Weizenmehl Typ 405
  • 75 g Milch (3,5 % Fett)
  • 15 g Wasser
  • 40 g Butter
  • 9 g Zucker
Zubereitung:

Alle Zutaten außer Butter und Zucker mindestens 5 Minuten zu einem festen Teig verkneten (am besten in einer Küchenmaschine, Knethaken gehen aber auch, dann evtl. länger kneten). Dann die Butter in Stücken und den Zucker hinzugeben und mindestens 2 Minuten weiterkneten.

Alle Zutaten zu einem glatten, festen Teig verkneten

1 Stunde gehen lassen.

Dann den Teig zu einem ca. 30 cm langen Strang formen, in vier gleich große Teile schneiden und diese quer in eine gefettete Kastenform schichten (so dass die Schnittflächen die lange Wand der Form berühren). Dies verhindert, dass der Toast eine „Taille“ bekommt, also in der Mitte einfällt.

Teig zu einem 30 cm langen Strang formen und in 4 gleich große Teile schneiden
Die Stücke quer in die Kastenform schichten (nicht wundern über das Löchlein, hier konnte der kleine Mann nicht widerstehen, in den Teig zu pieksen 😉 )

1,5 Stunden mit einem Geschirrtuch abgedeckt in der Kastenform gehen lassen.

Aufgegangener Teig

Nach ca. 75 Minuten den Ofen auf 230 °C vorheizen und eine feuerfeste Schale mit 2-3 cm Wasser auf den Ofenboden stellen.

Das Brot in den Ofen geben, 8 Minuten backen, dann die Wasserschale entfernen und auf 200 ° C herunter drehen. Weitere 35 Minuten backen. Am Anfang im Auge behalten und wenn er die gewünschte Bräune erreicht hat, mit Alufolie abdecken, damit er nicht verbrennt.

Fertig!

Fertig! Guten Appetit!

…und falls ihr euch einen eigenen Zeitplan aufstellen wollt, hier nochmal die einzelnen Gehzeiten:

  • Vorteig: 48-50 Stunden
  • Weizensauerteig: ca. 18 Stunden
  • Salz-Hefe-Mischung: ca. 12 Stunden
  • Mehlkochstück: ca. 3-4 Stunden
  • Zeitaufwand am Backtag: ca. 3,5 Stunden (davon insgesamt 2,5 Stunden Gehzeit, 45 Minuten Backzeit und 15 Minuten Zubereitungszeit)

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