Spitzwegerich-Hustensaft

Wie versprochen, möchte ich euch heute eine weitere Anwendungsmöglichkeit für den Spitzwegerich vorstellen. Vielleicht habt ihr schon mal vom Spitzwegerich-Hustensaft gehört? Dieses Hausmittel kann man jetzt im Spätsommer noch schnell ansetzen und  ist damit für die erste Erkältungswelle im Herbst gut gewappnet. Der Spitzwegerich enthält Schleim- und Gerbstoffe, die antibakteriell und hustenstillend wirken und ist damit ein gutes Hausmittel bei Reizhusten.

Käuflich erwerben kann man ihn für ca. 3-7 Euro für eine kleine Flasche. Selber machen kostet keine 50 Cent, dafür ein bisschen Vorlaufzeit. Ich kann euch daher leider noch keine Bilder vom fertigen Sirup präsentieren, weil ich ihn selbst gerade erst angesetzt habe.

Da man im Winter aber wohl keinen brauchbaren Spitzwegerich mehr findet, wollte ich euch das Rezept nicht vorenthalten und lade euch einfach ein, ihn mit mir gemeinsam zu machen. Die beste Erntezeit ist eigentlich zwischen April und Juni, wenn er noch nicht geblüht hat, aber solange ihr noch schöne Blätter findet, kann man daraus noch einen guten Sirup herstellen.

Blätter des Spitzwegerichs
Du brauchst Dafür:
  • zwei Handvoll Spitzwegerichblätter
  • ein leeres Marmeladenglas
  • ca. 200g Zucker
Zubereitung:

Die Blätter in ca. 1 cm große Stücke schneiden.

Die Blätter in Stücke schneiden

Dann abwechselnd eine Lage Blätter und eine Zucker in das Marmeladenglas füllen und gut festdrücken.

Abwechselnd Blätter und Zucker in das Glas

Gut zuschrauben und das war´s im Grunde schon. Jetzt muss er nur noch zwei Monate an einem möglichst dunklen, kühlen Ort durchziehen.

Am besten soll die Reifung in der sog. Erdkammer werden, daher habe ich das mal ausprobiert. Dafür wird das Glas ca. 50 cm tief in der Erde vergraben.

Zur Reifung am besten vergraben

Der Keller oder ein anderer kühler Ort eignen sich dafür aber selbstverständlich auch gut.

Viel Spaß beim Selbermachen! Bilder vom fertigen Sirup folgen hoffentlich in zwei Monaten!

UpDate 21.10.2018:

So, nach gut zwei Monaten und bevor der richtige Herbst und Winter doch mal kommt, habe ich mein Gläschen voller Erwartungen ausgebuddelt – und wurde ziemlich enttäuscht.

Vielleicht bin ich zu verwöhnt von meinem Zwiebelsaft, der ja nach dem gleichen Prinzip funktioniert und ruck zuck fertig ist, vielleicht hatte auch mein im Spätsommer gesammelter Spitzwegerich aufgrund der anhaltenden Trockenheit einfach zu wenig Flüssigkeit. Vielleicht habe ich auch zu wenig davon ins Glas.

Jedenfalls hat sich kaum etwas verändert gehabt. Nur Zucker und etwas angegrauter Spitzwegerich, aber kein Sirup.

Zum Glück wächst in unserem Garten auch jetzt noch ein schönes Exemplar vom Spitzwegerich. Ich habe daher nochmal eine Handvoll Blätter gesammelt, das bisherige Gemisch kurz in eine Schüssel umgefüllt und dann erneut ins Gläschen gestampft, aufgepeppt mit dem frischem Spitzwegerich.

Außerdem habe ich noch ein wenig braunen Zucker dazu gemischt, in der Hoffnung, dass der sich vielleicht schneller verflüssigt. Dann habe ich das Ganze jeden Tag mit dem Mörser ein bisschen zusammengedrückt. Und ich habe das Gläschen auf Anraten einer Kräuterfrau eben doch ins Warme auf die Fensterbank gestellt.

Nach ein paar Tagen sieht das nun so aus:

Das bisherige Ergebnis: so lala

Die Zuckerkristalle sind schon weniger geworden und ein paar Blubberbläschen sind zu erkennen. Ich bin also guter Dinge, dass es sich doch noch verflüssigt und hoffe, euch in ein paar Tagen einen Sirup präsentieren zu können 😉

Und notfalls gibt es ja immer noch die Möglichkeit, den Sirup ganz schnell im Mixer und auf dem Herd herzustellen. Dann allerdings mit Honig, was ich wegen der Anwendbarkeit für Kleinkinder immer eher zu vermeiden versuche.

Falls ihr mitgemacht bzw. das auch schon einmal auf diese Art ausprobiert habt: hattet ihr ähnliche Probleme?

Update 04.11.2018:

Nach einigen Tagen Stampfen mit dem Mörser und ein paar heißen Wasserbädern hat sich der Zucker nun endlich weitgehend verflüssigt.

Endlich verflüssigt

Ich habe ihn dann abgesiebt und in eine dunkle Flasche abgefüllt.

Jetzt nur noch absieben

Das Ergebnis hat zwar lange auf sich warten lassen und ich musste doch viel improvisieren, aber letztlich kann es sich sehen und schmecken lassen.

Fertig! Gute Besserung!

 


Bitte beachtet: ein Besuch dieser Website kann nicht den Gang zum Arzt ersetzen, insbesondere mit kleinen Kindern und in der Schwangerschaft. Es handelt sich hier nur um Rezepte für Hausmittel, die ich zwar ausnahmslos alle selbst erprobt und getestet habe, für deren Wirksamkeit, Verträglichkeit oder Fehlen von Nebenwirkungen ich jedoch keine Garantie übernehmen kann.

Eine Antwort auf „Spitzwegerich-Hustensaft“

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