Schlehengelee

Ebenso wie Hagebutten sind auch die Schlehen – auch Schlehdorn, Heckendorn oder Schwarzdorn genannt – jetzt nach den ersten Nachtfrösten erntereif. Ihr findet sie oft an Böschungen und Wegesrändern.

Da durch den Frost ein Teil der enthaltenen Gerbstoffe abgebaut wird, schmecken sie danach süßer. Sollten sie euch noch zu sauer sein, könnt ihr auch hier nachhelfen, indem ihr sie ein, zwei Nächte im Gefrierschrank einfriert. Auch wenn ihr nach dem Pflücken nicht direkt dazu kommt, sie zu verarbeiten, bietet sich das gut an.

Schlehe am Strauch

Die Schlehe gehört zur Familie der Rosengewächse und ist sozusagen die Ururgroßmutter oder einfach eine wilde Verwandte von Pflaumen und Zwetschgen. Wenn man das weiß, schmeckt man es auch, finde ich. Roh schmecken sie aber hauptsächlich sauer und hinterlassen ein lustiges (ungefährliches 😉 ) pelziges Gefühl auf der Zunge.

Wenn ihr nicht so sauer-Fans seid wie ich und länger etwas davon haben wollt, bietet es sich an, die Schlehen zu verarbeiten. Zum Beispiel zu Gelee.

Schlehen enthalten einige Vitamine, unter anderem auch Vitamin C und wirken durch die enthaltenen Gerbstoffe entzündungshemmend. Sie eignen sich daher gut als Hausmittel bei Erkältungen. Zudem regt das Gelee die Verdauung an und kann daher bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden helfen.

Für Schwangere und Stillende gibt es keine Einschränkungen. Im Gegenteil, es stärkt und ist gesund. Sofern eure Kleinkinder schon Marmelade essen (dürfen), spricht auch da nichts dagegen.

Ihr könnt auch ein paar Schlehen auf einem kleinen Teller verteilen und bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Dabei immer mal wieder bewegen, damit sie nicht schimmeln. Damit habt ihr ein gutes Hausmittel für Verdauungsbeschwerden oder Zahnfleischbluten, da sie zusammenziehend wirken. Hierfür einfach ein paar getrocknete Schlehen eine Zeit lang kauen und wieder ausspucken.

Nun aber zum Gelee. Der typische, säuerliche Geschmack kommt auch bei dem Gelee durch. Wenn euch das zu sauer ist, bietet es sich an, nach Belieben Äpfel darunter zu mischen, um sie milder zu machen.

Zutaten für ca. 250 ml Gelee:
  • 500 g Schlehen
  • 300-500 g Äpfel, je nach Geschmack
  • ca. 120 g Gelierzucker
  • Wasser
Zubereitung:

Schlehen und Äpfel waschen. Äpfel entkernen und in Stücke schneiden. Falls ihr die Schlehen eingefroren hattet, klappt es übrigens auch problemlos mit den noch gefrorenen Schlehen. Beides zusammen in einen Kochtopf geben und mit Wasser bedecken.

Schlehen und Äpfel in einen Kochtopf und mit Wasser bedecken

Köcheln lassen, bis die Früchte weich sind (ca. 15 Minuten). Dass sie fertig sind, erkennt man auch gut daran, dass die Schlehen aufplatzen und sich von ihren Kernen trennen.

Köcheln lassen bis die Früchte weich sind

Die Masse ein wenig abkühlen lassen und anschließend durch ein Safttuch (alternativ eine ausgekochte Mullwindel oder ein Geschirrtuch) pressen und den Saft in einem zweiten Topf auffangen. Dabei abwiegen. Am besten macht ihr das mit Einweghandschuhen, da der rote Saft stark färbt.

Durch ein Safttuch drücken

Gelierzucker im Verhältnis 1:2 zu dem gewonnenen Saft hinzugeben und noch einmal 3-4 Minuten aufkochen.

Mit Gelierzucker aufkochen

Das Gelee heiß in ausgekochte Marmeladengläser abfüllen und sofort fest verschließen.

Fertig!

Lasst es euch schmecken! Hier übrigens auf einem selbst gemachten Brötchen 🙂 Wenn die Sammelzeit vorbei ist, werde ich auch mal meine Brot- und Brötchenrezepte hochladen!

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