Hagebuttenmark

Wie beim Rezept für den Hagebutten-Tee bereits angekündigt, möchte ich euch heute noch ein weiteres Rezept, nämlich das für Hagebuttenmark oder Hagebuttenmarmelade, in Franken auch Hiffenmark genannt, vorstellen.

Hagebutten sind ja wahre Vitamin C-Bomben. Sie enthalten roh 1250 mg pro 100 g. Im Vergleich dazu eine Zitrone: sie enthält 50 mg Vitamin C pro 100 g. Am besten stärkt ihr daher euer Immunsystem mit einer rohen (entkernten) Hagebutte am Tag.

Mir persönlich schmecken sie ja sehr gut, aber wem das zu sauer ist, für den habe ich eine gute Nachricht: auch die Marmelade enthält noch 50 mg pro 100 g Vitamin C und damit genauso viel wie Zitronen.

Bei einem Tagesbedarf von 100 mg müsstet ihr dafür zwar viel Marmelade essen, aber ein gutes Marmeladenbrot am Morgen leistet so zumindest einen kleinen Beitrag für das Immunsystem.

Für Schwangere und Stillende gibt es keine Einschränkungen. Im Gegenteil, es stärkt und ist gesund. Sofern eure Kleinkinder schon Marmelade essen (dürfen), spricht auch da nichts dagegen.

Ich muss euch allerdings vorwarnen: so oder so macht das Ganze ein bisschen Arbeit und die Ergiebigkeit ist nicht allzu groß. Ich hatte einen guten halben (kleinen 2 Liter) Topf voll Hagebutten und heraus kam ein Gläschen mit 125 ml Hagebuttenmark.

Wer die Muße hat, entkernt und enthaart die Hagebutten alle vorher. Ich hab´s versucht, aber nach 15 Stück oder so entnervt aufgegeben.

Eine Heidenarbeit: das Entkernen der Hagebutten

Ich habe mich daher ein bisschen umgehört und gelesen, ob man die Marmelade nicht doch auch ohne das mühsame Entkernen herstellen kann und bin auf ein paar Anleitungen gestoßen, die mir weitergeholfen haben.

Hier nun meine Version. Ich freue mich über Anregungen oder Tipps von euch in den Kommentaren, falls ihr euch auch schon einmal daran versucht habt!

Zutaten:
  • frische oder höchstens angetrocknete Hagebutten, so viel ihr gesammelt habt bzw. verarbeiten wollt
  • Wasser
  • Gelierzucker
Zubereitung:

Die Hagebutten waschen, schlechte aussortieren und ggf. Stiele und Blätterreste entfernen. In einen Topf geben und mit Wasser aufgießen, bis alle Früchte gut bedeckt sind.

Hagebutten in einem Topf mit Wasser aufgießen

Dann den Deckel drauf und gut 20 Minuten sanft köcheln lassen. Dabei immer mal wieder kontrollieren, ob noch genug Wasser drin ist, wenn nicht, ruhig nachfüllen und testen, ob die Hagebutten schon weich sind.

Wenn sie schön matschig sind, mit einem Kartoffelstampfer gut durchstampfen.

Die gekochten Hagebutten mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken

Nach einer Weile sollte sich das Fruchtfleisch gut gelöst haben und ihr habt eine Masse, die vom Aussehen und Konsistenz her ein bisschen an Tomatenmark (mit Kernen) erinnert. Wenn euch das Mark zu fest vorkommt, ruhig immer wieder schlückchenweise Wasser dazu geben.

Die gebt ihr dann in ein grobes Sieb und siebt erstmal die Kerne und größeren Stücke aus.

Die Masse zuerst durch ein grobes Sieb geben

In manchen Anleitungen habe ich gelesen, dass man es auch mit einer Passiermühle bzw. einer „Flotten Lotte“ probieren kann, allerdings verstopft die dann sehr schnell. Da ich so etwas leider (noch nicht) besitze, blieb mir gar keine Möglichkeit, als es einfach mit den Sieben zu versuchen, die ich da habe.

Mit dem groben Sieb ging das auch ganz gut. Es dauerte zwar ein wenig, aber was heraus kam, sah schon ziemlich nach Hagebuttenmark aus.

Der Geschmackstest war allerdings weniger überzeugend, da man doch ab und zu noch ein paar Härchen auf der Zunge spürte, was natürlich nicht sehr angenehm ist.

Daher habe ich es noch einmal durch das feinste Sieb, das ich habe, durchgesiebt.

Noch einmal durch ein feines Sieb geben

Das zog sich auch noch einmal ziemlich, da das Mus kaum durch ging. Ich habe  schlussendlich meinen Mörserstab umfunktioniert und damit das Mark durch das Sieb gepresst. Das funktionierte soweit ganz gut und auch die Härchen schmeckte man danach nicht mehr.

Das durchgesiebte Mark noch einmal in einen Topf geben, dabei abwiegen. Halb so viel Gelierzucker dazu geben, wie ihr Mus herausbekommen habt und noch einmal 3-4 Minuten aufkochen.

Heiß in abgekochte Marmeladengläser füllen und sofort fest verschließen. Langsam abkühlen lassen.

Fertig!

Viel Spaß beim Selbermachen!

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