Fruchtleder und Fruchtschnitten

Als absoluter Süßigkeiten-Junkie fällt es mir zugegebenermaßen schwer, meine täglichen Rationen durch Gesundes zu ersetzen. Vor allem süß-saure Gummibären und Schokolade haben es mir angetan. Da müssen schon frische, sehr süße Beeren in allen Variationen auf dem Teller landen, um das ersetzen zu können. Und die gibt es ja leider nur im Sommer (ich weigere mich, mitten im Winter den importierten Schrott aus dem Supermarkt zu kaufen…).

Naja und die verschrumpelten Äpfel, die noch vom letzten Spätsommer aus dem Garten übrig sind, sind jetzt erst recht kein geschmackliches Highlight mehr. Umso mehr habe ich mich gefreut, ein Rezept zu finden, mit dem man daraus wirklich noch etwas Leckeres zaubern kann. Das Fruchtleder kommt meinen geliebten sauren Schlangen tatsächlich relativ nahe. Mein kleiner Sohn dagegen liebt Fruchtschnitten, die ja im Moment gleich neben den Quetschies auch voll im Trend sind und in jedem Supermarkt- und Drogerie-Regal bei der Baby- und Kindernahrung zu finden sind. Leider sehr teuer, wie ich finde.

So kam mir die Idee, doch beides gleich auf einmal zu machen, dann lohnt es sich auch, da der Ofen doch eine Weile laufen muss. Ich habe aber gelesen, dass zumindest ein modernes Modell bei niedrigen Temperaturen weniger Energie braucht, als man glaubt (es variiert aber stark nach Modell und Stromanbieter, so dass ich leider keine genauen Zahlen liefern kann). Was ich aber definitiv wieder der Vorteil ist: ihr wisst, was drin ist, wenn ihr es selber macht.

Um die Haltbarkeit muss man sich auch wenig Sorgen machen. Das Fruchtleder bewahre ich in einem Zip-Beutel auf, die Schnitten in einer Brotbox und beides hält locker mehrere Wochen, sofern die Fruchtmasse gut durchgetrocknet war.

Zutaten für ca. 8 Fruchtschnitten und 20 Fruchtleder-Streifen:

  • 3-4 mittelgroße Äpfel
  • 2 Birnen
  • 2 Bananen
  • eine dicke Scheibe Zitrone (nach Belieben)
  • 3-4 getrocknete Pflaumen, Aprikosen oder eine Handvoll Rosinen (für die Schnitten)
  • 2 eckige Oblaten (für die Schnitten)
Zubereitung:

Das Obst grob stückeln und im Mixer oder mit dem Zauberstab fein pürieren. Bei der Obstwahl sind kaum Grenzen gesetzt, es sollte nur nicht allzu wasserhaltig sein, da das Trocknen sonst sehr lange dauert. Auch Karotten lassen sich gut unterbringen oder Wildobst, hier habe ich zum Beispiel noch ein paar Mispeln mit verarbeitet.

Obst grob stückeln und in den Mixer

Den Saft der Zitronenscheibe habe ich einer Hälfte der Masse untergemischt, um ein schön saures Fruchtleder zu erhalten, aber das ist natürlich Geschmackssache. Dann die Masse so dünn wie möglich (am besten nicht mehr als 0,5 cm) auf zwei mit Backpapier ausgelegten Backblechen verstreichen.

Das Mus dünn auf zwei Backblechen verstreichen

Und dann nur noch 2-4 Stunden, je nach Dicke und Wassergehalt der Früchte bei ca. 75 ° C Umluft in den Ofen. Falls möglich, die Tür einen Spalt breit offen lassen, indem ihr z. B. einen Kochlöffel in die Tür steckt, um die Feuchtigkeit raus zu lassen. Wenn das nicht möglich ist, regelmäßig die Tür öffnen und abwischen, wenn sich irgendwo die Feuchtigkeit sammelt.

Fertig ist das Fruchtleder!

Fertig ist schon das Fruchtleder, das ihr nun nur noch nach Belieben in Streifen oder Stücke schneiden könnt. Es sollte sich tatsächlich etwas ledrig anfühlen und wie Gummibären-Streifen schmecken.


Für die Fruchtschnitten packt ihr das Fruchtleder vom zweiten Blech einfach noch einmal zusammen mit den getrockneten Aprikosen, Pflaumen o. Ä. in den Mixer, so dass ihr eine streichfähige Masse erhaltet.

Die Pflaumen geben etwas Konsistenz und Masse, wenn ihr aber keine da habt, geht es auch nur mit dem Fruchtleder. Dann funktioniert es am besten, wenn es nicht ganz durch getrocknet ist. Es kann nur sein, dass sie sich dann nicht allzu lange halten. Sollte die Masse doch mal zu trocken sein, kann man auch gut mit einem Schuss Apfelsaft Abhilfe schaffen. Und falls ihr gar keine Zeit oder Lust habt, Früchte selbst zu trocknen, kann man die Schnitten natürlich auch nur mit Trockenobst machen 😉

Die Masse streicht ihr dann ca. 1 cm dick mit einem Messer auf eine Oblate. Mit der zweiten abdecken und dann nur noch in Streifen schneiden. Fertig sind auch die Fruchtschnitten!

Die Masse auf eine Oblate streichen und mit der anderen zudecken

Viel Spaß beim Selbermachen! Lasst es euch schmecken!

Lasst es euch schmecken!


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