Bienenwachstuch

Die erste Erkältungswelle hat unser kleiner Mann leider schon gleich mitgenommen und lange mit festsitzendem Husten zu tun gehabt. Wenn ärztlich abgeklärt ist, dass es nichts Gravierendes ist, kann man die Heilung gut mit Hausmitteln unterstützen.

Bei Husten nehmen wir für ihn gerne den Thymian-Myrte-Balsam von Ingeborg Stadelmann (gibt es in vielen Apotheken). Bald möchte ich aber auch selbst mal Hustenbalsam herstellen. Um die Wirkung vom Hustenbalsam zu verstärken, eignet sich ein Bienenwachstuch prima. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei Brustwickeln. Durch die Wärme zieht der Balsam besser ein.

Nun finden Kleinkinder das eingewickelt werden aber oft nicht besonders toll und wehren sich dagegen oder halten einfach nicht lange genug still. Daher ist das Bienenwachstuch eine super Alternative. Das gibt es im Drogeriemarkt teuer zu kaufen, man kann es aber auch sehr leicht selbst herstellen.

Auch für Erwachsene generell und insbesondere Schwangere und Stillende, die auf die meisten Medikamente nicht zurückgreifen können, eignet sich dieses Hausmittel sehr gut.

Ihr braucht dafür:
  • Baumwollstoff
  • Bienenwachs
Herstellung:

Ihr müsst nicht extra Stoff kaufen. Ein altes Baumwoll-T-Shirt oder Bettlaken tut es allemal. Dieses schneidet ihr in kleine Rechtecke, die zur Größe der Brust des Kindes oder eurer passt, so dass die Fläche, die ihr mit dem Balsam üblicherweise einreibt, eben gut durch das Tuch abgedeckt wird. Daher kann ich keine konkrete Mengenangabe für den Stoff machen, es kommt einfach darauf an, wie viele Tücher ihr herstellen wollt und wie groß ihr sie schneidet.

Baumwollstoff in kleine Rechtecke schneiden

Was das Bienenwachs angeht, habt ihr vielleicht ja noch ein paar alte Bienenwachskerzen zuhause, die ihr einschmelzen könnt. Ansonsten könnt ihr einfach mal bei einem Imker in eurer Nähe vorbei schauen und dort eines kaufen. Oft sind Imker auch auf Märkten vertreten.

Bienenwachs

Auch hier ist die Menge variabel, je nachdem, wie viele Tücher ihr herstellt.

Zur groben Orientierung: ich habe für 4 Tücher von je ca. 10×15 cm ca. 70g Bienenwachs gebraucht. Für den kleinen Mann reichte allerdings ein halbes Tuch pro Anwendung, ich habe es danach einfach noch einmal zerschnitten.

Das Bienenwachs in einem Glas im Wasserbad einschmelzen. Am besten nehmt ihr Altglas oder ein Glas, das ihr danach nicht mehr braucht, da das Wachs natürlich hinterher auch am Glas kleben bleibt. Ihr könnt das aber problemlos einfach fürs nächste Mal aufheben, es wird nicht schlecht.

In einem Glas im Wasserbad einschmelzen

Wenn das gesamte Wachs flüssig geworden ist, ein Baumwolltuch nach dem anderen gut eintunken und am besten mit einer oder zwei Pinzetten herausfischen und zum Trocknen möglichst glatt auf einen Teller legen.

Durchtränktes Tuch mit einer Pinzette heraus holen und zum Trocknen glatt auf einen Teller legen

Nach ein paar Minuten ist das Tuch trocken und bereits einsatzbereit.

Dazu die Brust gut mit dem Balsam einschmieren, das Tuch mit einem Fön erwärmen, bis es wieder geschmeidig und leicht klebrig ist, die Temperatur prüfen, damit es nicht zu heiß ist, sofort auf die eingeriebene Brust legen und ein wenig andrücken. Im Optimalfall bleibt es von selbst eine Weile kleben.

Vielleicht könnt ihr euer Kleinkind (mit Hilfe eines guten Buches) überreden, noch ein wenig liegen zu bleiben, damit es länger haften kann. Bei euch selbst könnt ihr es auch mit der Hand einfach ein wenig festhalten oder noch ein Tuch oder einen Schal herum wickeln. Wenn es erkaltet und wieder hart ist, abnehmen. Die Prozedur könnt ihr beliebig oft wiederholen.

Fertig! Gute Besserung!


…und wenn ihr schon einmal dabei seid, die Bienenwachstücher herzustellen, könnt ihr gleich noch etwas für die Umwelt tun und auch ein, zwei größere anfertigen, die ihr dann als Ersatz für Frischhaltefolie verwenden könnt!

Damit es geschmeidiger wird, vor dem Eintauchen alle paar Zentimeter noch einen Tropfen Jojobaöl auf das Tuch geben. Nach dem Trocknen am besten noch einmal zwischen Backpapier legen und drüber bügeln, damit sich das Wachs dünn, aber gut verteilt.

Vor der Verwendung ebenfalls etwas anwärmen (wenn das Wachs gut dünn verteilt ist, reicht auch bloße Handwärme aus), dann wird es geschmeidig und ihr könnt Brote darin einwickeln, Schüsseln abdecken etc.

Es ist wiederverwendbar, da abwaschbar, allerdings höchstens lauwarm, da sich sonst das Wachs mit der Zeit löst. Insofern eignet es sich vielleicht nicht zum Einwickeln von rohem Fleisch etc. Aber für weniger empfindliche Lebensmittel eine super Alternative zum Plastik!

Viel Spaß beim Selbermachen!

 


Bitte beachtet: ein Besuch dieser Website kann nicht den Gang zum Arzt ersetzen, insbesondere mit kleinen Kindern und in der Schwangerschaft. Es handelt sich hier nur um Rezepte für Hausmittel, die ich zwar ausnahmslos alle selbst erprobt und getestet habe, für deren Wirksamkeit, Verträglichkeit oder Fehlen von Nebenwirkungen ich jedoch keine Garantie übernehmen kann.

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