Apfelessig selbstgemacht

Der erste Essig aus den Äpfeln aus unserem Garten ist so gut wie fertig und ich bin begeistert! Nur aus Wasser, Äpfeln und etwas Zucker habe ich quasi umsonst rund 2,5 Liter feinen natürlichen Essig hergestellt und es hat wirklich kaum Arbeit gemacht. Das Einzige, was ihr braucht, ist ein wenig Geduld.

Natürlich kostet der Essig im Supermarkt auch nicht die Welt, aber das Selbermachen macht einfach Spaß und ihr wisst genau, was drin ist. Mit Äpfeln aus dem eigenen Garten ist der Essig daher in Sachen Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität unschlagbar.

Apfelessig ist obendrein sehr gesund, da er sämtliche Vitamine und Nährstoffe aus den Äpfeln enthält. Drei Esslöffel davon in einem Glas warmen Wasser helfen als Hausmittel bei Halsschmerzen, er kann außerdem dabei helfen, den Blutzucker zu senken und nicht zuletzt ist er ein absolutes Wundermittel für Haut und Haare. Zudem enthält er nur rund 0,4 g Zucker auf 100 ml (zum Vergleich Balsamico-Essig: 15 g auf 100 ml!).

Zutaten:
  • ein großes Gefäß mit mindestens 2-3, besser 5 Litern Fassungsvermögen
  • Äpfel oder Apfelreste (ca. 2 kg)
  • Wasser
  • 2 EL Zucker
Zubereitung:

Das Gefäß gut säubern. Die ganzen Äpfel vierteln und von schlechten Stellen befreien. Genauso gut könnt ihr auch Apfelreste, also Kerngehäuse und Schalen verwenden. Die Äpfel hinein geben.

Den Zucker darüber streuen und mit Wasser aufgießen, bis alle Äpfel gut bedeckt sind. Der Zucker beschleunigt den Gärungsprozess, ihr könnt ihn aber auch weg lassen, dann dauert es eventuell etwas länger.

Das Gefäß mit einem sauberen Tuch oder Küchenkrepp abdecken und mit einem Gummi fixieren. Dies dient dazu, dass kein Dreck hinein gelangt und den Essig verdirbt. Da aber unbedingt Luft hinkommen muss, darf das Gefäß nicht fest verschlossen werden.

Nun an einen warmen Ort (ca. 25 °C) stellen und täglich umrühren, damit sich kein Schimmel bildet. Nach ca. einer Woche stellt sich schon ein leichter Essiggeruch ein. Nach spätestens zwei Wochen, je nach Zuckerzugabe eventuell auch schon früher, sollte sich ein leichter Schaum bilden.

Nach spätestens zwei Wochen bildet sich ein wenig Schaum

Sobald sich der Schaum gebildet hat, die Apfelreste absieben und die Flüssigkeit noch einmal durch ein feineres Sieb oder über ein Tuch in einen sauberen Topf oder eine Schüssel abgießen.

Apfelreste absieben…
…und die Flüssigkeit durch ein Tuch abgießen

Die Apfelreste können entsorgt werden. Die Flüssigkeit wieder in das Gefäß geben, abdecken und wieder an den warmen Ort stellen. Jetzt einfach nur stehen lassen und beobachten.

Nach ungefähr einer weiteren Woche bilden sich feine Schlieren in der Flüssigkeit. Keine Angst, das ist kein Schimmel, sondern die sogenannte Essigmutter, die langsam wächst. Dabei handelt es sich um die Essigsäurebakterien, die den Alkohol, der durch die Gärung entstanden ist, in Essig umwandeln.

Nach weiteren zwei Wochen hat sich die Essigmutter gebildet

Nach ca. zwei Wochen erkennt man dann gut die quallenartige Essigmutter in der Flüssigkeit. Danach den Essig noch weitere zwei bis drei Wochen reifen lassen. Je länger er steht, desto säuerlicher wird er, also ab und zu probieren, ob er schon reif ist.

Anschließend den Essig durch ein feines Sieb in Flaschen abfüllen. Gut verschlossen weitere 3-4 Wochen reifen lassen, dann ist der Essig fertig.

Fertig!

Die aufgefangene Essigmutter könnt ihr in einem kleinen Rest der Flüssigkeit bei Zimmertemperatur aufbewahren und damit einen neuen Essigansatz beschleunigen. Wollt ihr sie länger aufbewahren, muss sie regelmäßig mit Alkohol, z. B. etwas Wein, gefüttert werden.

Viel Spaß beim Selbermachen!

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